Tips und Tricks rund um die Milan-Hardware

Taktumschaltung
Jumper
060er-Upgrade
RAM-Bausteine
DSP
Stromanschluß
Update der Milan-Hardware
Fernsehkarte

Taktumschaltung

Der Milan läuft ab Werk mit 25 MHz, läßt sich jedoch auch mit anderen Taktfrequenzen betreiben. Wie man diese umschaltet, wird im folgenden beschrieben.
Auf dem Motherboard befindet sich zwischen dem PCI- und ISA-Slot der Taktgenerator (ICS 9158-01), dessen Taktfrequenz mittels Jumper umgeschaltet werden kann. Diese Jumper sind im Bild des Motherboard mit JB beschriftet. Welche Jumper für welche Frequenz gesetzt werden müssen, kann man aus der Tabelle Jumperbelegung) ersehen.
Es hängt allerdings von der Boardrevision ab, ob man noch etwas Vorarbeit leisten muß, bevor man die Umschaltung per Jumper nutzen kann. Es gibt hierbei drei Fälle:
  1. Jumperblock mit Jumpern vorhanden:
    • Einfach die Jumper entsprechend der Tabelle setzen
  2. Jumperblock ohne Jumper vorhanden:
    • vorsichtig die Leiterbahnen zwischen den Jumperpfosten der Jumper 1 und 2 durchkratzen.
    • Die Jumper entsprechend der Tabelle setzen.
  3. Jumperblock nicht vorhanden:
    • vorsichtig die Leiterbahnen zwischen den Jumperpfosten der Jumper 1 und 2 durchkratzen.
    • Vorsichtig eine Jumperleiste einlöten
    • Die Jumper entsprechend der Tabelle setzen.
Belegung der Jumper
3.7 MHz 8 MHz 20 MHz 25 MHz
1 2 3
+ + +
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+ + +
1 2 3
+ + +
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+ + +
1 2 3
+ + +
    |
+ + +
1 2 3
+ + +
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+ + +
30 MHz 33 MHz 40 MHz 50 MHz
1 2 3
+ + +
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+ + +
1 2 3
+ + +
|
+ + +
1 2 3
+ + +
|     
+ + +
1 2 3
+ + +

+ + +
Wichtig:
In den beiden letzten Fällen erlischt die Garantie! Es ist möglich, daß nicht jeder Milan mit jeder Taktfrequenz läuft (das hängt z.B. von den RAM-Modulen ab). Auch sollte man daran denken, daß es sich bei dem Board des Milan um eine Mehrlagen-Leiterplatte handelt, die entsprechend empfindlich ist. Außerdem sollte man bei höheren Takten für eine gute Kühlung der CPU sorgen, die ja nur für 25 MHz ausgelegt ist.
Für den einwandfreien Betrieb des Milan mit mehr als 25 MHz wird folgendes Bauteil benötigt:
74ACT157 SO16, schmale Bauform. Der ein oder andere Milan läuft auch einfach so mit 30 MHz oder gar mit 33 MHz. Letzteres ist aber eher selten! Betreibt man ein ISA-Creative-Soundblaster-Karte, gehen 33 MHZ generell nicht!

Jumperblock JA

Unterhalb des Tastaturanschlusses befindet sich eine Jumperleiste. Im Bild des Milan-Motherboards ist diese mit JA beschriftet. Von besonderem Interesse dürfte wohl sein, daß ein gesetzter Jumper auf j7 den Milan dazu veranlaßt, ein (nicht fragmentiertes!) TOS von der Diskette zu laden und zu booten:

Jumper Bedeutung
j1 PMMU Cache
j2 PMMU Cache
j3 nicht belegt
j4 nicht belegt
j5 VGI-Init abschalten
j6 OEM Spezialfunktion
j7 TOS von Diskette laden
j8 ROM-Monitor

Jumperzeile JC

Rechts neben den EDO-RAM Steckplätzen befindet sich eine Jumperzeile, die im Bild des Milan-Motherboards mit JC beschriftet ist. Die Belegung der Pins ist folgendermaßen:

Jumperzeile JD

Etwas rechts unterhalb des Lattice ispLSI 1032E ist eine weitere Jumperzeile, die im Bild des Milan-Motherboards mit JD beschriftet ist. Die Belegung der Pins ist folgendermaßen:

060er-Upgrade

Wer seinen Milan zu noch mehr Leistung verhelfen will, der kann sich das 060er-Upgrade besorgen. Das ist aber mit einigen Kosten verbunden:
Zum einen muß man einen 68060er auftreiben. Das ist weder leicht noch billig. Schließlich sollte es ja schon die Variante mit FPU und MMU sein. Zum anderen benötigt man eine Adapterplatine. Diese ist vonnöten, weil 68040er und 68060er nicht ganz pinkompatibel sind. Leider ist diese Platine nicht seriengefertigt sondern handgelötet und somit unglaublich teuer. Wenn man Pech hat, teurer als die CPU selbst! In welchem Rahmen sich die Kosten für das Update bewegen können, zeigt folgende kleine Auflistung:
Ich hatte Glück und Pech. Die Platine habe ich für 200 EUR gekauft, die CPU für nur knapp 150 EUR. Wer einen vollwertigen 68060er kaufen will, kann mit mir Kontakt aufnehmen, möglicherweise kann ich dann einen besorgen oder zumindest jemanden nennen, der möglicherweise welche verkauft. Garantieren kann ich aber für nichts!
Der Einbau selbst ist recht einfach. Hier zunächst eine kurze Übersicht, bevor ich ins Detail gehe:
  1. TOS 4.08 oder neuer benutzen
  2. 68060 kompatiblen Bootblock benutzen (siehe Download-Bereich)
  3. Ausbau der alten 68040 CPU
  4. 68060 auf die Adapterplatine stecken
  5. Einstecken der Platine mit CPU in den Sockel
So, und jetzt das ganze noch mal im Detail:
  1. Um den 68060er am Milan einzusetzen, muß mindestens TOS 4.08 verwendet werden. Ich empfehle die allerneueste aus dem Download-Bereich.
  2. Ich weiß nicht genau, ab welcher Version der Bootblock mit einer 68060 CPU umgehen kann. Aus diesem Grund empfehle ich auch hier die neueste Version V1.02 aus dem Download-Bereich.
  3. Jetzt muß der alte 68040er aus seinem Sockel entfernt werden. Wer meint, er kann das, ohne das Board aus dem Tower auszubauen, kann das gerne tun, nur mahne ich zu äußerster Vorsicht. Niemals Gewalt anwenden, irgendwann wird er schon aus seinem Sockel rauskommen!
    Manche Boards haben noch einen Zwischen-Sockel. Auch diesen kann man ganz entfernen oder auch nicht. Laut Uwe Schneider macht dies keinen Unterschied!
  4. Jetzt muß noch der 68060er auf die Adapterplatine gesteckt werden. Dies scheint auf den ersten Blick sehr einfach zu sein, um den Prozessor jedoch wirklich fest in seinen Sockel zu bekommen, braucht man in manchen Fällen schon einiges an Kraft. Daher empfehle ich einen flachen stabilen Gegenstand und eine ebenso stabile Unterlage. Anstelle des flachen Gegenstandes kann man auch die flache Hand nehmen. Es ist in jedem Fall aber darauf zu achten, daß keine Scherkräfte auftreten beim Hineindrücken des Prozessors oder daß man gar Beinchen der Adapterplatine verbiegt!
    Vermutlich wird man es nicht schaffen, die CPU bis zum Anschlag auf die Platine zu bekommen, jedoch sollte man sicherstellen, daß die Pins wirklich guten Kontakt haben! Wenn das Upgrade nicht läuft, ist mangelnder Kontakt ein sehr wahrscheinlicher Grund dafür!
  5. Im letzten Schritt muß nur noch die Platine mit CPU in den Sockel auf dem Motherboard eingesetzt werden. Auch hier sollte man wieder genau darauf achten, daß die Platine gut sitzt.
So, das war's eigentlich schon! Jetzt muß man nur noch den Milan wieder zusammenbauen, falls man ihn auseinandergenommen hatte. Und dann steht einem Booten nichts im Wege. Die neue CPU wird automatisch erkannt. Falls der Milan aber nicht piepsen oder starten sollte, geht es an die Fehlersuche! Die häufigste Ursache ist, daß die Pins nicht ausreichend Kontakt haben. Allerdings habe ich auch schon eine defekte Adapterplatine gesehen und ich kenne einen Milan-User, bei dem das Upgrade überhaupt nicht funktioniert. Allerdings habe ich keine Ahnung, woran das liegt. Er ist auch bislang der einzige Fall. Ich habe jedenfalls mehrere Platinen auf verschiedenen Mainboards mit verschiedenen CPUs erfolgreich getestet.
Die nächste brennende Frage ist natürlich die nach der Kompatibilität. Bislang kenne ich da keine Probleme, zumindest nicht mit sauberen Programmen! Bis auf NVDI, das angeblich nicht mehr mit True Type Fonts zurechtkommt, allerdings nur, wenn ein LC68060 instaliert ist, also die FPU fehlt. Inwieweit dies stimmt und bei welcher NVDI-Version es auftritt, kann ich nicht sagen. Von daher empfehle ich allein deshalb schon, einen vollwertigen 68060er einzusetzen, also mit FPU. Dann läuft alles genau so, wie es soll.
Wer beim ersten Booten zunächst schockiert ist und meint, daß der Milan kaum schneller bootet, hat Recht! Die Grafikkarte scheint hier der limitierende Faktor! Man starte aber einmal eine CPU intensive Applikation und schon geht's ab! Der beste Test, ob das wirklich ein 68060er ist, ist Aniplayer zu starten und ein mp3 abzuspielen! Das geht jetzt problemlos!

RAM-Bausteine

Bei den RAM-Bausteinen des Milan handelt es sich um sog. EDO-RAM. Es muß mind. 16 MB RAM zur Verfügung stehen, sonst weigert sich der Milan zu booten.

DSP

Der Milan hat natürlich keinen DSP serienmäßig onboard. Momentan ist aber eine DSP-Karte in Entwicklung und wird schon relativ bald erhältlich sein. Mehr zu diesem Thema findet man auf der Homepage von Frontier Systems. Sobald die Karte erhältlich ist, wird es hier selbstverständlich mehr Informationen geben.

Stromanschluß

Wer seinen Milan mal auseinandergebaut hat und auch die Stromversorgungskabel auf dem Motherboard abgezogen hat und auch genau so unklug war, wie ich, sich nicht zu merken, welcher Stecker wohin gehört, dem mag dieser Tip hier sehr helfen:
Die schwarzen Kabel gehören nebeneinander in die Mitte.


Ingo Schmidt 2001